Lösungen für urbane Mobilität: Erkenntnisse aus dem 28. PTV Traffic Anwenderseminar

Was sind die besten Lösungen für eine smarte, urbane Mobilität der Zukunft?

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Welche hemmenden bzw. förderlichen Faktoren gilt es zu beachten, wenn man Lösungen für eine nachhaltige, urbane Mobilität bereitstellen möchte? Um diese Fragestellung von allen Seiten zu beleuchten, haben wir Vertreter der Städte, Verkehrsingenieure und Mobilitätsanbieter aus dem öffentlichen und privaten Sektor zu unserem jährlichen Anwenderseminar eingeladen. Gemeinsam mit unseren Softwareanwendern wurden Best Practices und aktuelle Herausforderungen ausführlich erörtert. Die Ergebnisse der Diskussionen haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Nur durch eine deutliche Verringerung der Luftverschmutzung lässt sich die Lebensqualität in Städten spürbar verbessern.

Vom vollständigen Fahrverbot in den Innenstädten über Investitionen in eine fahrradfreundliche Infrastruktur bis hin zur Förderung der Nutzung emissionsfreier Fahrzeuge – Städte und Gemeinden treiben eine Reihe von Maßnahmen voran, um die Lebensqualität durch bessere Mobilitätsangebote, weniger Staus und geringere Emissionen zu verbessern. Damit diese auch Wirkung zeigen, müssen Städte und Bürger eng zusammenarbeiten, um gewohnte Verhaltensmuster zu verändern, sodass Verkehrsteilnehmer künftig lieber auf‘s Fahrrad steigen oder öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften nutzen, anstatt jede Fahrt mit dem eigenen Auto zurückzulegen.

Da die Anzahl der Fahrzeuge auf unseren Straßen nicht über Nacht sinken wird, ist es wichtig, den Verkehr in der Übergangsphase so zu optimieren, dass weniger Pkws in den Städten unterwegs sind. Insbesondere verkehrsabhängige Signalsteuerungssysteme tragen zur Minimierung des Stop-and-Go-Verkehrs bei. Das Ergebnis: kürzere Wartezeiten und geringere Emissionen. Dank modellbasierter Tools lassen sich sowohl bestehende Verkehrsnetze als auch einzelne Knotenpunkte optimieren. Zudem ermöglichen sie, unterschiedliche Verkehrsträger zu steuern. So ist beispielsweise der ÖV bei hoher Gewichtung bevorrechtigt. An Kreuzungen haben Busse oder Straßenbahnen somit Vorrang, da sie mehr Personen befördern als Pkws, die oft nur mit einer Person besetzt sind.

On-Demand-Dienste müssen strategisch geplant werden, um sie in den öffentlichen Nahverkehr einzubinden.

Die Verbesserung des ÖV-Systems ist eine Möglichkeit, um Verkehrsteilnehmer davon abzuhalten, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Doch der Ausbau des Bus-, U-Bahn- oder Straßenbahnnetzes ist nicht immer die geeignetste Strategie, vor allem in Gebieten, in denen die Nachfrage sehr heterogen ist und nicht durch eine zusätzliche Linie abgedeckt werden kann. Als Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, die die erste und letzte Meile bedienen, sind Mobility as a Service (MaaS)-Angebote als On-Demand-Lösung optimal geeignet.

Doch es ist schwierig, den künftigen Marktanteil einer MaaS-Flotte vorherzusagen und die Trial-and-Error-Methode birgt finanzielle und operative Risiken. Aus diesem Grund ist eine strategische Planung unerlässlich, um effiziente und erfolgreiche Mitfahrkonzepte zu gestalten. Mit dem richtigen Softwaretool berechnen Städte und Mobilitätsanbieter die relevanten Leistungsindizes für ein effektives MaaS-Geschäftsmodell – von den operativen bis hin zu den fahrgastbezogenen KPI, einschließlich von Analysen zur Staubildung.

Lufttaxis sind eine Möglichkeit, um Staus zu den Hauptverkehrszeiten im urbanen Raum zu entgehen.

Um das hohe Verkehrsaufkommen und die damit einhergehende Luftverschmutzung in Städten zu bekämpfen, sind elektrische On-Demand-Drohnen zur Fahrgastbeförderung längst keine Zukunftsmusik mehr; Testflüge werden bereits durchgeführt. Während es sich bei der Zielgruppe zunächst um Geschäftsreisende handeln wird, die vom Flughafen in die Innenstadt wollen oder umgekehrt, werden Lufttaxis langfristig eine sichere und kostengünstige Art des Reisens für alle sein.

Doch um einen Mobilitätsdienst für den Luftraum in Städten bereitzustellen, ist auch hier eine umfassende Planung erforderlich. Insbesondere die Berechnung der optimalen Anzahl der Start- und Landeplätze spielt dabei eine wichtige Rolle. Parkhäuser mit großen Parkdecks, Hubschrauberlandeflächen und Autobahnkreuze wären hier die erste Wahl. Verkehrssimulationssoftware, insbesondere zur Mikrosimulation, unterstützt Planer bei der Modellierung unterschiedlicher Szenarien, mit Hilfe derer sich die profitabelsten Standorte und Routen ermitteln lassen.

An welchen Lösungen zur Verbesserung der urbanen Mobilität arbeiten Sie derzeit? Diskutieren Sie mit auf LinkedIn, Facebook und Twitter.

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