Basel – Die verkehrssicherste Stadt der Welt

Gemeinsam mit St. Gallen ist Basel-Stadt führend, wenn es um Verkehrssicherheit geht.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt, Abteilung Verkehr, hat eine Vision: Sie möchte Basel zur verkehrssichersten Stadt der Welt machen. Die verkehrssicherste Stadt der Schweiz sind sie bereits. Gemeinsam mit St. Gallen teilen sie sich laut dem Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) den ersten Platz.

Seit Jahren setzt sich die Schweiz ein für erhöhte Sicherheit auf ihren Straßen. Die Bemühungen tragen Früchte: Laut ASTRA sind die Unfallzahlen konstant rückläufig. Um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern und „Vision Zero“ – das Ziel: null Verkehrstote – damit einen Schritt näher zu kommen, verabschiedete das Schweizer Parlament 2012 das Handlungsprogramm „Via Sicura“. Konkret: Die Zahl der lebensgefährlich und schwer Verletzten soll in den kommenden Jahren um 25% reduziert werden. Im Jahr 2016 wurden im Straßenverkehr 216 Verkehrstote und 3.785 Schwerverletzte verzeichnet.

Die Schweiz
Im weltweiten Vergleich liegt die Schweiz ganz weit vorne. Gemeinsam mit Norwegen wurde sie 2017 mit dem PIN Award des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (ETCS) ausgezeichnet. Damit wurden die Bemühungen der letzten Jahre honoriert. Dank vieler Aktionen und beharrlicher Anstrengung konnte die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Personen zwischen 2010 und 2016 sogar um 34 % reduziert werden.

Basel-Stadt
Mit am aktivsten treibt die Umsetzung der „Via Sicura“ die Kantonspolizei Basel-Stadt voran. Dafür setzen sie konsequent Maßnahmenpakete um und erzielen positive Effekte. Selbstverständlich sind die Grundsätze der Verkehrssicherheit (Geschwindigkeit, Licht, Vortrittsregelung) fester Bestandteil polizeilicher Kontrollen. Zusätzlich werden Kinder aller Altersklassen in den Schulen direkt aufgeklärt. Die Öffentlichkeit wird mittels Plakaten und Flyeraktionen für dieses Thema sensibilisiert. Die von der ASTRA geforderten Infrastruktursicherheitsinstrumente (ISSI) werden nun nach und nach im Betrieb eingeführt und weiterentwickelt.

Konfiguration PTV Visum Safety.

Längst ist Verkehrssicherheit in der Stadt Basel ein fester Bestandteil der Verkehrsplanungsprozesse und wird ganzheitlich umgesetzt. Dafür arbeitet die Abteilung Verkehr seit kurzem mit einem Verkehrsmodell in PTV Visum. Dieses ist ein Abbild der vorliegenden verkehrlichen Realität. Es ist unterteilt in die Bezirke des Stadtgebiets und enthält das aktuelle Verkehrsangebot, die Siedlungsstruktur (Wohnstätten, Arbeitsplätze) und das Mobilitätsverhalten. Zusätzlich wurden die Unfalldaten der Kantonspolizei Basel-Stadt eingepflegt. Die seit 2011 gesammelten 3.300 Einträge wurden auf die Netzstruktur umgelegt, und zeigen nun Unfallhäufungsstellen, kritische Straßenabschnitte mit erhöhter Unfallgefahr (Unfallschwerpunkte). Die Unfälle und Netzdaten werden dann zur Unfallprognose und -analyse herangezogen. So können die besonders kritischen Stellen im Netz nach ihrer verkehrlichen Bedeutung bewertet und anhand farblicher Streckeneinfärbungen gekennzeichnet werden. Interaktive Tabellen identifizieren Auffälligkeiten und unterstützen die Polizei bei der Erstellung eines Dringlichkeitsrankings. Das sogenannte Network Safety Management (NSM) hilft dabei potentielle Verbesserungen der Infrastruktur an den identifizierten Netzabschnitten auch hinsichtlich vermeidbarer Unfallkosten zu evaluieren.

Ausgerüstet mit den entsprechenden Tools will die Kantonspolizei Basel-Stadt auch die Verkehrslenkung bei Baustellen optimieren. Dafür setzt die Abteilung Verkehr auf das sogenannte Road Safety Impact Assessment (RIA), das eine Risikobewertung bestehender sowie zukünftiger Infrastruktur ermöglicht. Vereinfachte Unfallprognosemodelle in PTV Visum Safety können für verschiedene Straßentypen angelegt werden. Durch die Angaben zu den Verkehrsmengen aus dem Verkehrsmodell kann eine Bilanz gezogen werden hinsichtlich des prognostizierten Unfallgeschehens für einzelne Straßen oder das komplette Netz. Außerdem können verschiedene Szenarien im Vorfeld untersucht werden. Bei strukturellen Bauvorhaben ist die sicherste Planungsvariante, die am effektivsten Unfälle verhindern kann. Bereits vorliegen, aber noch nicht aktiv im Modellgebrauch sind Radverkehrsdaten.

Die Success Story Basel-Stadt finden Sie auch zum Download: Basel-Stadt – Verkehrssicherste Stadt der Welt mit PTV Visum Safety

Unfallursachen verstehen, heißt Verkehrssicherheit maximieren. Dafür müssen verschiedene Datenquellen miteinander verknüpft und in Zusammenhang gebracht werden. Welchen Einfluss haben beispielsweise Verkehrsmengen auf bekannte Unfallschwerpunkte? Diese und auch andere Fragen werden im 1. PTV Verkehrssicherheitsforum am 19. April 2018 in Karlsruhe von Experten des Themengebiets diskutiert. Melden Sie sich noch heute an, um zu erfahren, worauf es in der Praxis ankommt und welche Tools Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen können: Anmeldung 1. PTV Verkehrssicherheitsforum

Nicht alle Länder sind in ihrer Verkehrssicherheitsarbeit so weit fortgeschritten wie die Schweiz. Dennoch ist es jeder Regierung ein dringendes Anliegen. Lesen Sie hierzu nächste Woche Dienstag, 30.01.2018, wie Bolivien das Bewusstsein in der Bevölkerung für mehr Verkehrssicherheit weckt und erste Erfolge feiert.

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Artikel 1: Sicherheit im Straßenverkehr