Sicherheit im Straßenverkehr

Unfälle im Straßenverkehr sind keine zufälligen Ereignisse, sie sind zurückzuführen auf Ursachen und Auslöser.

Unfälle im Straßenverkehr entstehen nur durch menschliches Versagen – so die allgemeine irrige Annahme. Die Realität spricht eine andere Sprache. Häufig sind Unfälle keine zufälligen Ereignisse, die ausschließlich zurückzuführen sind auf einen Fehler der Unfallbeteiligten, vielmehr spielen andere Faktoren und Ursachen eine entscheidende Rolle. Kommt es an einer bestimmten Kreuzung oder einem Streckenkorridor gehäuft zu Unfällen, lohnt ein genauer Blick auf Unfalltyp – und -umstände. Gibt es möglicherweise Defizite in der Infrastruktur oder ist an dieser Stelle die Verkehrsregelung unklar?

Franz Schilberg war der erste, der diesen neuen Ansatz systematisch anging. Als Verkehrssicherheitsexperte bei der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. beschäftigte er sich zeitlebens mit der Aufdeckung von Unfallursachen. Der „Vater der Unfalltypensteckkarte“ erkannte nicht nur die Problematik der Unsicherheiten im Straßenverkehr aus Sicht von Straßenbau und Verkehrstechnik, er definierte vor allem einen Unfalltypenkatalog zur Aufdeckung von Konfliktsituationen und mitwirkenden Umständen der Infrastruktur. Bis heute ist der Typenkatalog bundesweiter Standard für Unfallstatistiken. Die von ihm initiierten Unfallliste/Unfalldiagramme sind nach wie vor Grundlage für örtliche Unfalluntersuchung mit dem Ziel den Unfallort näher zu untersuchen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Heute arbeiten Polizei und die Unfallkommissionen dafür mit einer elektronischen Unfalltypenkarte. Eine Anwendung, die in elf von 16 Bundesländern bereits Standard ist, ist PTV Vistad – Euska. Mit dem modernen Softwaresystem erfasst man Verkehrsunfalldaten, validiert sie und wertet sie aus. Die Software visualisiert die Unfälle sekundenschnell per Mausklick auf einer Karte. Selbst Unfallskizzen können direkt im System angezeigt werden. So genannte Unfallhäufungsstellen werden dann von den Unfallkommissionen in den Bundesländern und Kommunen mithilfe dieser Skizzen untersucht. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sprechen die Unfallkommissionen den verantwortlichen Stellen Empfehlungen für sicherheitswirksame Maßnahmen aus.

Unfallursachen verstehen, heißt Verkehrssicherheit maximieren. Dafür müssen verschiedene Datenquellen miteinander verknüpft und in Zusammenhang gebracht werden. Welchen Einfluss haben beispielsweise Verkehrsmengen auf bekannte Unfallschwerpunkte? Diese und auch andere Fragen werden im 1. PTV Verkehrssicherheitsforum am 19. April 2018 in Karlsruhe von Experten des Themengebiets diskutiert. Melden Sie sich noch heute an, um zu erfahren, worauf es in der Praxis ankommt und welche Tools Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen können: Anmeldung 1. PTV Verkehrssicherheitsforum

Der Bedarf zur Reduzierung des Unfallgeschehens ist nicht nur in Deutschland spürbar. Verkehrssicherheit spielt überall auf der Welt eine große Rolle. Lesen Sie hierzu nächste Woche Dienstag, 23.01.2018, welche Maßnahmen Basel-Stadt umsetzt, um die verkehrssicherste Stadt der Welt zu werden.

Über PTV Vistad – Euska

Für die Arbeit in der Unfallkommission bietet PTV Vistad – Euska alle notwendigen Funktionalität im Rahmen der örtlichen Unfalluntersuchung. Dabei können neue Unfallhäufungen durch das System gesucht und zusätzlich entsprechend ihrer Unfallfolgen in der Rangfolge vorsortiert werden. Durch die standardisierte Datenschnittstelle ist das Tool bestens für die Zusammenarbeit voneinander unabhängiger Organen wie Polizei, Behörden der Kommunen oder auf Länderebene geeignet. Die zentrale Datenhaltung unterstützt den landesweiten Einsatz innerhalb der Polizeibehörde.